Entschuldigung, aber Sie stehen auf meinem Hund...

oder

Das Trainingslager 2001 der LG Lauf in Lindau am Bodensee

Was soll das denn, denkt man sich jetzt wahrscheinlich... Was hat ein Hund mit einem Trainingslager zu tun? Sind wir etwa auf denselbigen gekommen? Oder haben die Trainer bzw. Betreuer womöglich gelitten wie die Hunde? Doch lesen, sehen und leiden Sie selbst:

Montag

Das Drama, im Folgenden Trainingslager genannt, begann am Montag, den 04.06.2001 um 9:30 Uhr auf dem Lidl-Parkplatz in Lauf. Gleich nach dem Besetzen des Reisebusses, mit dem die Mannen der LG Hersbrucker Alb bereits angekommen waren, entsicherte man die Schafkopfkarten. Die lustige Runde bestehend aus Olli, Carsten, Thomas und meiner Wenigkeit (falls ihr grenzdebilen Hilfs-Dorsche - danke, MAD Magazine - noch nicht von selbst darauf gekommen seid, wer gemeint ist, ist euch auch nicht mehr zu helfen) musste nach der Ankunft in Lindau leider feststellen, das sie das Unmögliche erreicht und tatsächlich bereits in den ersten Stunden des Trainingslagers eine horrende Anzahl von Schafkopf-Runden absolviert hatte.
Die Experten für Pädagogik, Thomas und Volker, erörterten angeregt das Thema: "Ist der Baseballschläger mit Elfenbeingriff (Bestandteil der Serie Kids Control™ für den genervten Coach) eine Erleichterung bei der Bändigung der Youngsters". Man beschloß, die Antwort darauf zu vertagen um Forschung am lebenden Objekt zu betreiben.
Der Vollständigkeit halber ist hier eine Liste der leit(d)enden, der nervenden und der sonstigen Teilnehmerschaft angeführt (nicht die selbe Reihenfolge wie im Foto):
Fred Lang plus Gattin, Thomas Lang, Volker Sturm, Stefan "Rudolf" Baas, Carsten Ohr, Oliver Ochentel, Julia Sahm, Moni Geis, Britta Schwarz, Julia Strasser, Daniela Gottschalk, Laura Schwarz, Laura Wiesel, Julia Steinbeck, Dana Lüdtke, Ariane Löscher, Steffi Stiegler, Markus "Sleeper" Hörburger, "Mad" Max Fischer, Stefan "Popcorn" Heider, Michael "Alien Face" Heider, Moritz Bauer, Andreas Burkhardt, Felix Franke sowie Michael "Onkel Ali" Gruber. Vervollständigt wurde diese Truppe selbstverständlich von der LG Hersbrucker Alb.
Die Mannschaft der LG Lauf-Pegnitzgrund
Die mehr oder weniger komplette Mannschaft der LG Lauf-Pegnitzgrund (579 kB)

Nach verkehrstechnisch ereignisloser Fahrt kam man mehr gesund als munter in Lindau an und stellte mit Freuden fest, dass man aus dem eher mäßigen Wetter in Lauf direkt in den strahlenden Sonnenschein am Bodensee gefahren war. Dadurch motiviert trat man nach dem Verstauen des Gepäcks und einigen kurzen fußballerischen Scharmützeln, schwer mit Sportgeräten beladen, den Weg zum Stadion an. Währenddessen konnte man sich die 5 Dos und die 8000 Don'ts, die der Chef-Zivi der Jugendherberge verlesen hatte, noch einmal durch den Kopf gehen lassen und sich fragen, ob dieser Vortrag die Kids nicht erst auf die entsprechenden verrückten Ideen bringt. Dort angekommen, legte man auch schon die erste Trainingseinheit ein. Diese bestand zumindest bei den Kurzen (genauer: den Jungs) aus einer Einheit Sprint mit einem vor- bzw. nachgeschobenen Fußballspiel.
Am Abend führte man dann einen ersten Test der Kantine in der Jugendherberge durch, den man nach dem Genuß von Szegediner Gulasch als bestanden bezeichnen konnte. Der weitere Abend verlief äußerst kultiviert und man blieb im Großen und Ganzen völlig ruhig. Aus diesem Grunde gehen die weiteren Ereignisse des betreffenden Abends nicht in das vorliegende Tagebuch ein, um den Leser nicht zu langweilen. Zum einen ist dem Schreiber zufälligerweise einiges entfallen und zum anderen unterliegen Ereignisse nach 22:00 Uhr sowieso der Zensur. Beschränken wir uns also auf die lieben Kleinen. Die waren relativ platt und sind deshalb erfreulich früh und erfreulich freiwillig in die Heia marschiert. Wen interessieren da schon Sachen, die nicht einmal in der Jugendherberge selbst, sondern auf einem zufällig vorbeigekreiselten Karussell stattfanden?

Dienstag

Der Dienstag begann wie die darauffolgenden Tage um 7:30 Uhr mit einer kleinen Jogging-Runde durch Lindau-Insel. Am ersten Tag nach der Ankunft dachte sich der nachsichtige Trainer noch, dass die Kids erst mal eine Eingewöhnungsphase brauchen. Das diese aber bis zum Ende des Trainingslagers andauern sollte, war natürlich nicht absehbar...
Im Stadion absolvierten die Kids zunächst eine Runde Speerwurf um dann zum heiß ersehnten Dauerbrenner Stabhochsprung zu kommen. Durchgeführt wurde die Trainingseinheit von Stefan, auch Rudolf, the red-nosed reindeer genannt. Jegliche Erklärung, die NICHT auf einen Sonnenbrand zurückzuführen ist, wurde energisch dementiert. Hier zunächst einmal unsere Jungs beim Stabhoch-Training:

Stabhoch-Gruppe
Von links, hinten: Michael G., Michael H., Moritz, Markus; vorne: Andy, Max, Stefan, Felix, Philipp, Sebi (533 kB)

Und der Meister des Stabes persönlich, voll in Aktion, wie sich das für den engagierten Coach gehört, "Air" Stefan:

Stefan beim Stabhochsprung
Stefan gibt alles beim Stabhochsprungtraining für die Kids (540 kB)

Abgerundet wurde das Training am Dienstag dann durch eine Kugelstoß-Einlage, während der die Kids offenbar vergessen hatten, dass eine Metallkugel einen geringfügig höheren Härtegrad als Knochen hat... Leider wurde ich weich und verabreichte den grenzdebilen Vor-die-Kugel-Läufern einen Fö, der sich gewaschen hatte. Das unerfreuliche Resultat war, dass offenbar weder der Speerwurf am Tag zuvor noch dieses Event zu einer nennenswerten Dezimierung in den Reihen der Kurzen geführt hatte und man fand sich damit ab, dass sie weiterhin in der gleichen (Laut-)Stärke die Umgebung terrorisieren würden.
Der Rest des Tages wurde zum Freibad-Besuch und zum Stadtrundgang bzw. Einkauf genutzt. Der Einkauf wurde von gewissen Individuen als Vorbereitung zum Fußballspiel Albanien - Deutschland genutzt, also Chips und Süßigkeiten ohne Ende. Der Schreiber dieser Zeilen öffnete einmal unvorbereitet einen Spind, was sich beinahe als seine letzte Amtshandlung herausstellte, da er fast unter einem Wahnsinns-Berg Fressalien begraben wurde. Ich nehme zu Gunsten dieser Fußballverrückten an, dass der Berg nicht als Falle gedacht war, sondern mehr als Vorratslager Marke "Ich glaub, mir wird schlecht" diente.
Wenn es nicht schon am ersten Tag bzw. noch vor Beginn des Trainingslagers offensichtlich war, entwickelten sich die Schafkopfrunde und der Tischtennis-Rundlauf zum kulturellen Ereignis des Abends. Schafkopf bestand meist aus: Stefan H. kartelt an und Mad Max schreit "Neiiiiiiin!!!" Der selbe Abend offenbarte es denn auch der geschockten Weltöffentlichkeit in Form des Bistros, dass unsere Kids die Zockerkönige von Lindau sind. Die armseligen Gestalten vor den einarmigen Banditen in der Spielbank sind dagegen nur Abziehbilder. Der Rundlauf entartete zuweilen in eine Massenveranstaltung, bei der wie durch ein Wunder (fast) niemand verletzt wurde. Man sollte darüber nachdenken, eventuell eine Benutzerbeschränkung einzuführen, um zu verhindern, dass Teilnehmer sich gegenseitig platt laufen...

Mittwoch

Mittwoch, der Tag, an dem der Regen kam. Der Regen wirkte sich leicht negativ auf die Motivation aller Beteiligter aus, wurde jedoch durch eher ungefährliche Varianten des Trainings wie Diskuswurf entschärft. Da der Regen jedoch immer heftiger wurde, setzte man einen Besuch im örtlichen Hallenbad an. Ich werte die freundliche Mithilfe der Ganoven AG (= Kids) beim Tauchen als nett gemeinte Unterstützung, hätte den Weg nach unten aber sicher auch von alleine gefunden. Haben Sie übrigens schon mal die Luft in einem Hallenbad brennen sehen? Ich schon... Ich sage nur, den Song "Ich würde nie zum FC Bayern München gehn" von den Toten Hosen in einer süddeutschen Stadt in voller Lautstärke zu singen, ist zwar als solches völlig korrekt, grenzt aber an Selbstmord.

In Flagranti erwischt: Täter am Tatort

Boys
Die Boys (557 kB)
Girls
Die Girls (549 kB)

Am Abend brach dann die Hölle über das Bistro der Jugendherberge herein. Man hatte dort nämlich leichtsinnigerweise einen Fernseher aufgestellt, den einzigen in mehereren hundert Metern Umkreis. Die Folge war selbstverständlich eine sofortige Besetzung des Bistros durch die komplette Mannschaft der LGs Lauf und Hersbrucker Alb. Im Verlauf des Spiels Albanien - Deutschland konnte man feststellen, dass an jedem Einzelnen der Kids ein Fußball-Coach verlorengegangen ist. Zwei rote Karten und 10 gegen 10 waren nicht weniger erstaunlich als ein aberkanntes 2:0 für Deutschland. Bemerkenswert neben dem Spiel waren wohl die Gesichter der Leute, die völlig ahnungslos ins Bistro kamen und dann geschockt feststellten, dass nicht einmal mehr jemand erfolgreich umfallen konnte, weil alle so dicht gepackt waren. Der dezente Hinweis eines erfahrenen Betreuers, dass extensiver Chips-Genuß zu Übelkeit usw. führen kann, verhallte ungehört. Die Folgen waren dann am nächsten Tag sichtbar.

Donnerstag

Der Donnerstag begann wieder etwas erfreulicher, wenn man vom üblichen Nichterscheinen der Kids beim Joggen mal absieht. Sonnenschein pur, somit war klar, dass am Nachmittag ein Freibadbesuch auf dem Programm stand. Am Morgen wurde jedoch zunächst noch eine Einheit "Stabhoch leichtgemacht" von und mit Stefan Baas eingelegt. Bei manchen zeigte sich sogar ein beachtlicher Trainingserfolg. Nach dem Mittagessen hieß es dann ab ins Freibad. Der nicht gerade kurze Marsch dorthin wurde von Gemecker 6uuml;ber angeblich zu kühle Temperaturen oder zu kaltes Wasser begleitet. Komischerweise waren die größten Dampfplauderer (ich nenne jetzt mal keine Namen - was im Sinne von Stefan und Moritz liegen dürfte - aber das kollektive Gedächtnis der LG wird sich wohl erinnern, von welchen Gesichtern die Rede ist) denn auch die letzten, die das Bad abends verließen.
Der Abend war ein wenig spannungsgeladen und wurde somit aus Sicherheitsgründen etwas verkürzt. Der Kommentar von Fred an zwei nicht näher bestimmbare Trainer am nächsten Morgen: "Ihr sied ja auch lustig. Um 23:00 Uhr die Zimmer kontrollieren und um 2 Uhr die ganze Jugendherberge aufwecken..." Wir haben bis heute keine Ahnung, wer da so laut gewesen sein könnte, weil ja alle so friedlich und vereint eine kleine Feier auf einer lauschigen kleinen Eisenbahnüberführung abgehalten haben. Gewisse Leute, die mir persönlich nicht bekannt sind, sollen sich an diesem Abend unsterblich gemacht haben. Keine Ahnung, was das sollte, denn es stand eigentlich weiter nichts mehr auf dem Programm...

Freitag

Am Freitag kam der Regen wieder zurück. Das hielt die Monster-Athleten natürlich nicht davon ab, trotzdem eine Trainingseinheit durchzuziehen. Um der Wahrheit Genüge zu tun, muss man erwähnen, dass man am Morgen mit Sonnenschutzmittel gewappnet von der Jugendherberge loszog, da zu diesem Zeitpunkt noch die Sonne schien. Dass ein regelrechter Wolkenbruch selbiges eine halbe Stunde später wieder weggewaschen hat, ist natürlich Pech. Man wollte eigentlich mit netten Sachen wie Hochsprung oder Hürdensprint beginnen. Da aber jeder weiss, dass ein Athlet unter Dampf, der auf nasser Tartanbahn einen Stemmschritt oder ähnliches versucht, abgeht wie ein Schnitzel, musste man sich etwas anderes überlegen. Man hätte natürlich aus der Not eine Tugend machen und z. B. "Athletenweitwurf mit bewerteter Landung" abhalten können. Leider wären uns sagen wir, ab dem dritten Rekordversuch die Argumente für den Sinn des Wettkampfes (außer nat¨rlich der Dezimierung der kleinen Nervensägen) ausgegangen und die Sani-Fahrer hätten gleich einen Shuttle-Service in die Notaufnahme einrichten können. Also ließ man sich wieder mal breitschlagen und versuchte das Gefahrenmoment durch ein Kugelstoßtraining zu verringern. Was ist der Fehler in diesem Satz? Richtig: "verringern". Aber man sollte mit dem Einfallsreichtum der Kids rechnen und sich an die erste Veranstaltung dieser Art errinnern. Die war immerhin 3 (in Worten: drei) Tage her. Für das Gehirn eines grenzdebilen B-Schülers also Lichtjahre. Die waren offenbar der Meinung, dass seitdem die Kugeln aus Schaumstoff eingeführt wurden. Aber wie es halt so geht, "einem Besoffenen passiert nix". Totalchaoten offenbar auch nicht. Jedenfalls ist weder jemand im Regen ertrunken noch von einer Kugel außer Gefecht gesetzt worden (wieder mal). Das hatte einen neuerlichen Besuch im Hallenbad zur Folge, der laut Berichten fast in einer Massenschlägerei geendet hätte, um irgendwelche lebensmüden Unruhestifter in ihre Schranken zu weisen... Das hatte aber nachweislich nichts mit einem bekannten Song der Toten Hosen zu tun. Der wurde erst nachher als kleine Gesangseinlage wieder angestimmt.

Samstag

Der Heimreise-Tag. Schon früh am Morgen trat man schließlich und endlich die Fahrt nach Hause an. Zum Glück waren alle mehr oder weniger im gleichen Zustand wie am ersten Tag. Naja, manche hätten sich vielleicht gewünscht, in einem besseren Zustand als vor Antritt der Reise zu sein, Wunder dauern aber etwas länger. Wir hatten insgesamt viel Spaß, trotz der stressigen Woche und freuen uns schon auf das Trainingslager nächstes Jahr.

Zum Schluß noch einige Impressionen:

Flying Max
Markus sagt Max, was er von ihm hält
(519 kB)
Tom
Der Erfolgscoach Thomas (549 kB)
Julia, Britta, Dani
Julia, Britta und Dani beim
Stabhochsprung (563 kB)

Als kleine Abrundung bzw. Zugabe setzt es jetzt noch ein paar Fotos. Sie haben mich etwas verspätet von unserem Katastrophen- ääh, will sagen: STAR-Fotografen Stefan H. aus O. an der B 14 erreicht. Ich kann nur sagen, dass diese Fotos zur harmloseren Sorte aus der Sammlung von Herrn H. gehören... Ich dachte, ich wäre nervlich einigermaßen über dieses Trauma hinweg, musste aber feststellen, dass diese Fotos nicht gerade zur Wiederherstellung meines angekratzten Ex-Nervenkostüms beitrugen.

Hier der fotografische Beweis der Spielernatur der Kids. Es geht sogar die Sage, dass das Schafkopfspiel internationale Beziehungen vertiefen kann.

Die Zocker
Die Zocker (193 kB)

Impressionen beim Fußballspiel Deutschland - Albanien:

Die Leid(t)enden
Die Leid(t)ung der LG Lauf (211 kB)
Wird mir schlecht...
Wem wird hier als erstem schlecht... (245 kB)

Die LG macht Lindau unsicher:

Da war doch noch was mit Stefan...
Andy bei Wasserspielen (283 kB)
Muh!
Man erkennt die Kuh daran, dass sie kein gelbes T-Shirt trägt (284 kB)

Das Leben in der Jugendherberge:

Ich mach dich platt!!!
Markus zeigt die verschiedenen Einsatz-
möglichkeiten von Spikes. Hier die
Variante: Mach dich weg! (211 kB)
Yo, man!
Ich will lieber gar nicht wissen, was Mad Max da vor hat... (197 kB)

And last but not least: Der Wahnsinn hat ein - oder genauer gesagt: VIER Gesichter!!!

Der ChaosChaotenClub
Der Schein trügt, die schauen nur vorübergehend so unschuldig (198 kB)


Bei Fragen, Anregungen usw. wenden Sie sich doch bitte an den Typen, der das hier verbrochen hat. Übrigens: Flames werden ohne Umweg nach /dev/null umgeleitet :o)